UniDividendenAss nutzt Kursverluste für selektive Zukäufe

MyDividends.de führte ein Interview mit der Fondsmanagerin Alexandra Annecke, die den UniDividendenAss (ISIN: LU0186860408) verwaltet. Der Fonds investiert in dividendenstarke Werte und weist derzeit ein Volumen von 718...

277 0

27. Februar 2012

277 0

MyDividends.de führte ein Interview mit der Fondsmanagerin Alexandra Annecke, die den UniDividendenAss (ISIN: LU0186860408) verwaltet. Der Fonds investiert in dividendenstarke Werte und weist derzeit ein Volumen von 718 Mio. Euro auf:

MyDividends.de: Die Aktienmärkte sind derzeit weiterhin sehr nervös. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation? Nutzen Sie die Schwächephase zum Zukauf?

Alexandra Annecke: Die bestimmenden Themen am Aktienmarkt sind die europäische Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturabschwächung. Es ist noch offen, inwieweit sich die Konjunktur abschwächt. In dieser Phase der großen Unsicherheit spielt Bewertung keine Rolle, was zu hochnervösen Börsen führt. Als aktive Manager überprüfen wir unsere Anlagen kontinuierlich bezüglich unserer Erwartungen und der Rahmenbedingungen. Vereinzelt zeigt sich nach den jüngsten Kursverlusten Value, was wir für selektive Zukäufe nutzen.

Seit Jahresbeginn hat sich der Fonds besser entwickelt als der DAX. Welche Investmententscheidungen waren hierfür ausschlaggebend?

Alexandra Annecke: Grundsätzlich ist der Dividendenstil ein defensiverer Anlagestil, was zu geringeren Kursschwankungen führen sollte. Dem UniDividendenAss kam zugute, dass er im Unterschied zum Dax breiter gestreut ist und weniger zyklisch ausgerichtet.

Der UniDividendenAss enthält viele Unternehmen aus Großbritannien. Sehen Sie hier besonders attraktive Chancen und wie beurteilen Sie das Währungsrisiko?

Alexandra Annecke: In Großbritannien sind viele große, global agierende Unternehmen notiert, die aus fundamentaler Sicht interessant sind. Für den Markt spricht, dass der Dividende ein sehr hoher Stellenwert beigemessen wird, so dass Dividendenkürzungen seltener vorkommen. Im Fonds betreiben wir überwiegend kein Währungsmanagement, da Währungen traditionell kaum zuverlässig prognostizierbar sind. Zudem wirken sich Währungsschwankungen oft auch auf die Unternehmensgewinne aus. So ist ein schwaches Pfund Sterling positiv für die Gewinnentwicklung von Exportwerten.

Im Vergleich hierzu ist die USA relativ untergewichtet, aber hier gibt es doch auch interessante Dividendentitel?

Alexandra Annecke: Der UniDividendenAss ist ein Fonds mit europäischen Schwerpunkt, daher befinden sich weniger US Titel im Fonds. Bei der Auswahl der nichteuropäischen Titel setze ich auf global agierende, gut aufgestellte Unternehmen. Grundsätzlich liegt die Dividendenrendite in den USA deutlich niedriger als z.B. in Europa, da dort neben Dividendenausschüttungen vielfach Aktienrückkäufe getätigt werden.

Wie viele Unternehmen werden insgesamt für den Fonds analysiert?

Alexandra Annecke: Die Titelauswahl des UniDividendenAss beruht auf einer Kombination aus quantitativem Screen, dessen wichtigste Komponente die Dividendenrendite ist, und fundamentaler Analyse. Mithilfe des Screens identifizieren wir eine Auswahl von ca. 300 bis 400 interessanten Aktien, die einer weitergehenden Fundamentalanalyse unterzogen werden. Dabei fließt die Expertise unseres Teams von ca. 40 Sektor- und Länderanalysten ein.

Kaufen Sie auf dem aktuellen Niveau auch Bankaktien oder Versorger wie E.ON oder RWE? Wie sieht es überhaupt mit deutschen Werten aus?

Alexandra Annecke: Bei Bankaktien bin ich weiter zurückhaltend: Regulierung, europäische Schuldenkrise, Schwierigkeiten bei der Refinanzierung und globale Wirtschaftsabschwächung lasten auf der Gewinnentwicklung, die Grundlage für Dividendenausschüttungen sind, und der Bewertung des Sektors. Versorger-Aktien sind zwar aufgrund einer relativ stabilen Nachfrage als defensiv einzuordnen, waren zuletzt aber sehr von Seiten der Politik unter Beschuss. Daher lege ich den Schwerpunkt hier auf Titel aus Nord- und Mitteleuropa, die nach einer Zeit der politischen Interventionen in eine stabilere Phase eingetreten sind.

Können Sie uns einige Ihrer derzeitigen Favoriten nennen unter den Einzelwerten?

Alexandra Annecke: Die 10 größten Einzelwerte im Fonds sind derzeit: MAN, Antofagasta, Novartis, Prudential, Roche Holding GS, Bilfinger Berger, Statoil, Sanofi, Vinci und Chevron.

Seit wann gibt es den UniDividendenAss schon und wie lange betreuen Sie diesen schon als Fondsmanager?

Alexandra Annecke: Der Fonds wurde im März 2004 aufgelegt. Von mir wird er seit Juli 2008 gemanagt.

Redaktion MyDividends.de